Goldenes Wochenende für die QTSV-Masters

Viel Lob von den Teilnehmern, Spitzenkritik vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) und oben drauf noch 29 Medaillen: Für den TSV Quakenbrück hätte die 50. Deutsche Meisterschaft der Mastersschwimmer nicht besser laufen können. Das Wochenende endete für den TSV Quakenbrück, wie es begonnen hatte: Golden. In der 4*100 m Lagen mixed-Staffel (4:43,99) gewannen Stefan Middendorf, Heiko Boknecht, Christina Tapken und Isabell Schevzov den zwölften Meistertitel. Mit acht Silber- und neun Bronzemedaillen belegte der QTSV im Medaillenspiegel den glänzenden vierten Platz.

50. Deutsche Meisterschaften der Masters

 

 

TSV Quakenbrück: Können uns nicht beschweren

"Wir können uns nicht beschweren. Es lief besser als es zu erwarten war", lautete die Bilanz von Heiko Boknecht. Für das finale Rennen hatte der QTSV-Abteilungsleiter und "Head of Veranstaltung" seinen Platz am Zeitmess- und Auswertungspodium verlassen und konnte mit der 4*100m Lagen-Staffel seinen zweiten Titel gewinnen.

Goldener Staffelauftakt am Freitag

Er sei „auf jeden Fall zufrieden“, sagte QTSV-Trainer Christian Gärtner, der am Freitag in zwei Männerstaffeln zum doppelt goldenen Auftakt beigetragen hatte. Über 4*100m Freistil (3:56,24) blieben Quakenbrücks Männer mit Zygimantas Ziaukas, Andreas Haidukiewitz, Martin Kesse und Christian Gärtner hinter dem eigenen Europarekord, siegten aber ebenso wie über 4*50m Freistil (1:42,56) in gleicher Besetzung. Zweimal Einzel- und viermal Staffelgold standen am Ende in Gärtners persönlicher Statistik.

Neunmal Gold für Andreas Haidukiewitz

Mit noch mehr Medaillen im Gepäck trat Andreas Haidukiewitz die Reise nach München an. Der 31-Jährige, der immer noch für seinen Quakenbrücker Heimatverein startet, sammelte bei zehn Starts neunmal Gold ein. Einmal wurde er Zweiter. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, atmete Haidukiewitz durch. Über 50 Meter Schmetterling (26,90) hatte er mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung gewonnen. Über 200 Meter Freistil (2:04.86) wurde er zeitgleich mit dem Berliner Robert Weißhuhn Deutscher Meister. Sein persönliches Highlight sei der dritte Meistertitel in Folge über 100 Meter Freistil (55,06) gewesen. „Man wird ja nicht jünger“, sagte Haidukiewitz, der bei der Europameisterschaft in Slowenien auf einen Platz unter den zehn besten Kraulschwimmern seiner Altersklasse hofft.

19 Sportler - 29 Medaillen - 12 Titel - 4 Vereinsrekorde - 6 Kreisrekorde
Bei der dreitägigen Heim-DM gingen 19 Sportler für den QTSV an den Start und holten satte 29 Medaillen - so viele wie noch nie zuvor. Auch 12 DM-Titel konnten bislang nicht gewonnen werden. Neben sechs Einzeltiteln - vier durch Andreas Haidukiewitz und zwei durch Christian Gärtner - konnten ebenso viele Erfolge in den Staffeln erzielt werden. Ihre Titel verteidigten die Männer über 4*50m und 4*100m Freistil. Erstmals Deutscher Meister wurden überraschend Andreas Haidukiewitz, Pavel Schevzov, Heiko Boknecht und Stefan Middendorf über 4*50m Brust (2:13,68) sowie die 4*100m Lagen mixed-Staffel. Auf Medaillen gehofft hatte Trainer Christian Gärtner in den Freistilstil-mixed-Staffeln. Doppelsieger wurden dann sogar Christian Gärtner, Andreas Haidukiewitz, Christina Tapken und Neu-QTSVerin Nina Thölking über 4*50m (1:49,92) und 4*100m Freistil (4:01,12) in der AK 120+. Gleich sechs neue Kreisrekorde konnten im Verlauf der Veranstaltung geschwommen: 4*50m und 4*100m Lagen mixed mit Nina Thölking, Pavel Schevzov, Martin Kesse und Frederike Gründel in 2:02,74 bzw. 4:37,05. 4*50 Freistil mixed mit Stefan Middendorf, Frederike Gründel, Ann-Kathrin Lukannek und Martin Kesse in 1:46,62 sowie und 4*100m Freistil mixed (s.o.) in 4:01,12. Die Damen mit Frederike Gründel , Christina Tapken, Ann-Kathrin Lukannek und Nina Thölking lieferten sich Klasse-Duelle mit dem SCW Eschborn und schwammen zu 1:55,35 bzw. 4:13,10 über 4*50m bzw. 4*100m Freistil. Auch einige Vereinsrekorde fielen im Nettebad. Nina Thölking sicherte sich die Bestmarken über 50m (34,02) und 100m Rücken (1:14,81). Christina Tapken holte sich den Rekord über 200m Freistil (2:18,02). Stefan Middendorf ist nun Rekordhalter über 50m Rücken (30,23). In den Einzelbewerben schwammen neben den beiden Titelträgern vier QTSVer in die Medaillenränge. Viermal auf das Podium schaffte es Nina Thölking in der AK 35 als zweite über 50m Rücken sowie als Dritte über 100m Rücken, 100m Freistil und 100m Schmetterling. Vizemeister wurde Heiko Boknecht (AK 50) über 200m Lagen sowie Dritter über 100m Brust. Vizemeister wurde ebenso Martin Kesse über 100m Freistil. Den dritten Rang sicherte sich Stefan Middendorf über 50m Rücken (beide AK 25).
22 QTSV-Staffeln gingen in Osnabrück an den Start. Einmal musste leider eine Disqualifikation ausgesprochen worden. 15mal platzierten sich die Staffeln jedoch auf den Plätzen eins bis drei und unterstreichen die Große Breite in der Mannschaft. Die "älteste" Medaille gewannen Winfried Reumann, Heinz Boknecht, Hartmut Niermann und Hartmut Lorenz in der AK 280- 319 Jahre über 4*50m Brust.
Als Staffel-Mitglied konnte auch Hartmut Anneken über 4*50m Lagen eine Bronzemedaille gewinnen. Gleiches gilt für Ann-Christien Schier.
DSV spürt große Wertschätzung
Lob gab es auch von den Verantwortlichen des DSV. Ulrike Urbaniak, Vorsitzende der Fachsparte Masterssport, konnte die Organisation mit einem Wort zusammenfassen: „Super!“ In Osnabrück habe die Meisterschaft eine große Wertschätzung erfahren, sagte sie. „In kleineren Städten werden wir herzlich unterstützt. Da ist eine Schwimm-DM - keine Veranstaltung von vielen, sondern etwas ganz Besonderes.“

Schwimm-Verband von Organisation angetan
Die Zusammenarbeit von TSV Quakenbrück und VfL Osnabrück habe reibungslos funktioniert, lobte Ralf Gauger, in der DSV-Masterssparte verantwortlich für das Schwimmen: „Es war eine perfekt organisierte Veranstaltung.“ Wenn sich TSV und VfL noch einmal gemeinsam für eine Veranstaltung bewerben sollten, „bekommen sie sofort wieder den Zuschlag“, versprach Urbaniak.

VfL und TSV „mehr als zufrieden“
Wichtiger als seine Medaillen sei gewesen, „dass alles gut funktioniert“, durften sich Boknecht, VfL-Abteilungsleiter Harry Krogull und die Vielzahl an Helfern in ihrer Arbeit bestätigt sehen. Vom Einlass über den Wettkampf bis zur Zeitmessung habe alles sehr gut gepasst, fasste Boknecht zusammen und war – zusätzlich zum sportlichen Erfolg – auch als Veranstalter „mehr als zufrieden“.

Erstmals überhaupt richteten die Artländer eine Deutsche Meisterschaft aus. Gemeinsam mit dem VfL Osnabrück hatten sich die Verantwortlichen im November vergangenen Jahren für eine Austragung entschieden, nachdem zuvor der DSV mit einer Anfrage an die Vereine herangetreten war. Beide Vereine haben viel Erfahrung in der Ausrichtung von Veranstaltungen. Jedoch stellen Deutsche Meisterschaften mit allein 900 aktiven Sportlern sowie 300- 400 Betreuern, Trainern, Kampfrichtern und Helfern eine ganz andere Dimension dar. In vielen gemeinsamen Meetings wurden die eine Veranstaltungskonzept erarbeitet und die Kompetenzen zwischen den Vereinen aufgeteilt. U.a. wurde der Eingangsbereich komplett verlagert und zentral über die sog. Masters-Plaza konzentriert. Kurze Wege und ein reibungsloser Ablauf sorgten für hohe Zufriedenheit.

Fakten am Rande
Die 50. Deutsche Meisterschaft konnte auf drei Arten mehr oder weniger Live verfolgt werden:
Live Stream:
Erstmals konnte die Veranstaltung am heimischen Rechner auf youtube verfolgt werden. 2.281 Aufrufe mit 610,2 Stunden zeugen von einem großen Zuspruch.
Live Timing:
64 Personen haben diesen Service gleichzeitig genutzt. Das Live Timing war zudem im Live Stream integriert.
Live Protokoll:
15.000 Downloads aller Protokoll-Dateien nur zwischen Freitag und Sonntag (Veranstaltungsdauer)
Die Veranstaltungshomepage (www.dmm-2018.de) hatte während der Veranstaltung 5.663 Besuche, insgesamt über 12.000 von über 2.500 Besuchern.
An Technik wurde eingesetzt:
- 16 Anschlagmatten
- 8 Backup-Knöpfe
- 5 Laptops
- 3 Drucker
- 2 Anzeigetafeln
- ca. 500m Kabel
Meisterschaft:
- 256 Vereine
- 899 Teilnehmer
- 2.387 Einzelmeldungen
- 417 Staffelmeldungen
- 50 Kampfrichter
- 50 Helfer
- 300 Betreuer und Trainer