Europameistertitel für Heiko Boknecht
Drei Medaillen für QTSV-Duo
Acht Tage ermittelten die europäischen Masters die Titelträger im Beckenschwimmen in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Nur knapp vier Monate nach den Weltmeisterschaften in der katarischen Metropole Doha stand ein weiterer Saisonhöhepunkt an. Analog zur WM fanden die Meisterschaften im Anschluss an die offene EM statt und es wurden die gleichen Veranstaltungsorte genutzt. Austragungsort in Belgrad war das Sports Center Milan Gale Muskatirovic.
Direkt an der Donau gelegen war der Komplex 1973 Austragungsort der ersten Schwimm-Weltmeisterschaften überhaupt. Entgegen der Ausschreibung wurde die Veranstaltung kurzfristig in die Halle verlegt, was sich angesichts der Hitze bzw. der teilweise starken Regenschauer als goldrichtig erwies. Im Außenbecken trugen dafür die Synchronschwimmer ihre Wettbewerbe aus. Neu war in Belgrad auch, dass immer eine bestimmte Anzahl von Männer- und Frauenläufe ausgetragen wurde, bevor dann eine 30 minütige Einschwimmpause eingelegt wurde. Gestartet wurde wie gewohnt mit den ältesten Aktiven. Eine gelungene Neuerung, konnte man sich so doch effektiver auf den Start vorbereiten und musste nicht früh morgens im Wettkampfbecken einschwimmen.
Den teilweise weiten Weg nach Belgrad hatten 2.540 Masters aus 40 europäischen Nationen auf sich genommen. Zwei kamen dabei aus Quakenbrück. Andreas Himmelreich hatte sich nach seinen sehr guten Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften noch kurzfristig für eine Teilnahme entscheiden. Heiko Boknecht hatte sich Ende April dazu entscheiden. Für beide hat sich diese Entscheidung gelohnt. Über 400m Lagen gelang Heiko Boknecht mit seinem Sieg in 5.33,35 in der Altersklasse 55 sein bisher größter sportlicher Erfolg. Der Europameistertitel war seine erste Medaille bei einer EM überhaupt. Zu erwarten war dieser Erfolg nicht unbedingt. Zur Hälfte des Rennen hatte der Sieger des 200m Rennen noch mehr als fünf Sekunden Vorsprung. Doch auf der zweiten Teilstrecke machte sich umfangreiche Training bezahlt und der spanische Konkurrent hatte am Ende um Sekunden das Nachsehen. Abgerundet wurde dieser Erfolg durch einen dritten Platz über 200m Brust. Auch hier konnte er in 2:49,15 überzeugen. Zum „Reinkommen“ in den Wettkampf und zum Kennenlernen der Abläufe hatte er zudem über 100m Brust gemeldet. Hier belegte er in 1:18,70 Rang 5.
Auch Andreas Himmelreich hatte sich ein Rennen zum Kennenlernen ausgesucht. 50m Freistil beendete er in 0:25,87 auf Rang 9. Die folgenden 100m Schmetterling beendete er in Saisonbestzeit von 1:03,67 auf dem siebten Platz. Auf den abschließenden 100m Freistil hatte er sich die meisten Chancen ausgerechnet. Als Dritter der EM in Rom 2022 konnte er tatsächlich in Belgrad seinen Bronzerang verteidigen. In hervorragenden 0:55,76 – ebenfalls Saisonbestleistung – gewann er erneut EM-Bronze. Ein hervorragendes QTSV-Ergebnis bei dieser Meisterschaft an einem historischen Ort.







