QTSV-Masters halten mit der Weltspitze mit

Sieben TOP10-Platzierung bei den Weltmeisterschaften in Budapest

Die ungarische Hauptstadt Budapest war einen Monat lang das Zentrum des Weltschwimmsports. In 14 Tagen im Juli wurden in der charmanten Metropole an der Donau zuerst die Weltmeister in der offenen Klassen im Schwimmen, Springen, Synchronschwimmen, Freiwasserschwimmen sowie im Wasserball ausgetragen. Nach einer Woche Pause wurden dann in wiederum 14 Tagen die Weltmeister der Masters in den gleichen Disziplinen ermittelt. Zum zweiten Mal nach 2015 fand damit die Masters-WM im gleichen Ort statt wie die offene WM. Im Gegensatz zu Kasan 2015 "zog" Budapest richtig. Allein im Schwimmen gingen 20.319 Starts ein. Die Schwimmbettwerbe wurden an sieben Tagen von Montag bis Sonntag ausgetragen. Veranstalter FINA hatte zur Auflage gemacht, dass die Wettkämpfe pro Tag nicht länger als zehn Stunden dauern sollten. Angesichts der vielen Meldungen eigentlich unmöglich. In Budapest standen jedoch mit der für die WM erbauten DUNA-Arena sowie dem Alfred-Hajos-Schwimm-Komplex zwei Pool-Anlagen der Extraklasse zur Verfügung. Die Duna-Arena verfügt über zwei zehn Bahnen 50m-Indoor-Pools, plus 50m Outdoor-Pool zum Ein- und Ausschwimmen. Der Alfred-Hajos-Komplex auf der 2,5 Kilometer entfernten Margretsziget über ebenfalls zwei 50m Meter-Pools allerdings als Outdoord-Variante inkl. zweier 33 1/3 Pools (Indoor und Outdoor) zum Ein- und Ausschwimmen. Ungarn ist eine Schwimmsportnation und dies wird entsprechend unterstützt. Für die Masters-WM standen also vier Wettkampfbecken zur Verfügung. Es hatte bis zum Beginn nicht wirklich jemand geglaubt, jedoch wurde in vier Pools gleichzeitig geschwommen. Dazu erfolgte die Einteilung in vier Altersklassengruppen AK 25-35, AK 40-50, AK 55,60 sowie AK 65 und älter. Die AK-Gruppen rollierten dann über die einzelnen Pools. Durch diese Entzerrung entstand eine Meisterschaft, die ihren Namen verdiente. Die außergewöhnlichen Bedingungen taten ihr Übriges. Die Becken waren alle State-of-the-Art inkl. Rückenstarthilfen, jeder Pool war mit mindestens mit zwei riesigen LED-Anzeigetafeln ausgestattet. Jedes Rennen konnte am Pool und im Internet live verfolgt werden. Also beste Bedingungen für alle, auch deshalb weil das Wetter nicht hätte besser sein können.

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Die größte Masters-WM in der Historie sah auch die größte QTSV-Mannschaft bisher. In Budapest gingen acht QTSV-Masters an den Start. Für ihren Saisonhöhepunkt - mit einer Ausnahme war es für alle die WM-Teilnahme - hatten alle sehr viel Zeit investiert.  Dieser überdurchschnittliche Aufwand wurde mit starken sieben TOP10-Platzierungen belohnt. Gleich drei Quakenbrücker Schwimmer sowie eine Staffel konnten sich hier platzieren. Zweimal fehlte nicht viel zum Sprung auf der Siegerpodest. Am dritten Wettkampf schwamm Europameister Christian Gärtner auf seiner Paradedisziplin 200m Freistil in 2:00,51 auf Rang 4. Nach drei abwartenden Bahnen kam er den Führungstrio noch sehr nah. Die letzten Bahn schwamm Gärtner in 29.68. Zu Bronze reichte es nicht mehr ganz. Über 400m Freistil am letzten Wettkampf sollte es die gleiche Platzierung werden. Die nach Zeit und nicht nach Altersklassen gesetzten Läufe beendete er nach 4:21,69 . In seinem Lauf war nur der Schweizer Vize-Weltmeister schneller, die anderen AK-Gegner hatte er im Griff. Im letzten Lauf war leider noch ein Konkuurent etwas schneller. Ein Lauf nach Altersklasse hätte ggf. eine Bronzemedaille gebracht. Dennoch war dies mi 942 Punkten seine beste Leistung. Auf Platz sechs hatte Christian die WM über 800m Freistil (9:13,97) begonnen. Damit sicherte er sich drei Podiumsplätze, denn in Budapest wurden die ersten sechs mit Urkunden und Medaillen geehrt. Die Siegerehrungen  in der Fan-Zonen der beiden Anlagen durchgeführt - ebenfalls ein besonderes Erlebnis.

Wie groß die Leistungsdichte bei der diesjährigen WM war, unterstreichen u.a. Gärtners Platzierungen über 100m Freistil und Schmetterling. 55,46 über Freistil bedeuteten Rang 16 (!) von 141 Startern. 1:00,18 über Schmetterling "nur" Rang 12. Es kehren immer mehr ehemalige Spitzenschwimmer nach einer Pause zum Schwimmsport zurück und die Zahl der Ex-Olympioniken steigt ebenfalls stark. Mit Darian Townsend war sogar ein Olympiasieger aus Peking 2008 am Start.

Zweimal schaffte Heiko Boknecht in seinem letzten Jahr in der AK 45 den Sprung in die TOP10. Über 400m Lagen (5:24,63/863 Punkte) fehlte als Siebter auch nur wenig zum Sprung auf das Podium. Platz 10 erkämpfte er sich in einem engen Rennen über 200m Schmetterling (2:33,32). Schnell unterwegs war er zudem über 200m Lagen (2:31,33/Platz 15). Ebenfalls in die TOP10 schaffte es Christina Tapken. Mit neuer persönlicher Bestzeit von 4:58,38 schlug sie als glückliche Zehnte über 400m Freistil in der AK 25 an. Über 200m Schmetterling lag sie lange sehr gut im Rennen, dann wurden bei 160m die Arme sehr schwer. So bedeuteten 2:43,34 Rang 11.

Die meisten QTSV-Starts gab es auf den Freistilstrecken. Über 100m schwamm das ER-Quartett quasi intern den schnellsten Schwimmer aus. Hier ging Andreas Haidukiewitz mit starken 54,72 (AK 30/Rang 18/802 Punkte) als Schnellster hervor. Martin Kesse schlug nach 55,08 an, war damit ebenfalls sehr zufrieden und Zweitschnellster (AK 25/Rang 25/827 Punkte). Christian kam auf 55,46 (823 Punkte), Stefan Middendorf auf 56,35 (AK 25/Rang 38/775 Punkte). Auf dem 50m Freistilsprint, hier mussten die Jungs direkt morgens um 08.30 Uhr topfit sein, hatte Stefan in 25,17 die (Rang 28) die Nase vorn, vor Martin (25,43/Rang 36), Andreas (25,55/Rang 33). Pavel Schevzov kam hier auf eine Zeit von 27,65. Pavel präsentierte sich insbesondere in den Staffeln gut. Als Startschwimmer der gemischten Freistilstaffel (27,13) gelang ihm seine beste Leistung. Seine Frau Isa bewies in Budapest ihre Langstreckenqualitäten. Ihr gelangen drei Saisonbestzeiten. Besonders überzeugte sie über 800m Freistil, wo sie in 10:53,24 (AK 30/Rang 21) ein tolles Rennen schwamm. Isa eröffnete mit ihrem Start auch die Reigen der einzelnen QTSV-Meldungen.

Mit Spannung fieberten die acht Quakenbrücker den Staffeln entgegen. Diese wurden am fünften Wettkampf zentral in der Duna-Arena ausgetragen. Im Pool A - dem Hauptpool mit den 15.000 Zuschauer fassenden Rängen - schwammen die Damen, im Pool B die Herren. Geschwommen wurden 4*50m Freistil und Lagen. Am Start war alles, was Rang und Namen hatte. Nach den Meldeergebnis war das QTSV-Team immerhin im schnellsten Lauf der AK auf Bahn 8 gemeldet. Als Startschwimmer legte Stefan eine 24,99 vor und schwamm endlich und erstmals unter 25 Sekunden. Andy überzeugte mit einer 24,18, Martin schwamm 24,98 und Christian zum Ende noch einmal 24,31. Die Endzeit von 1:38,46 bedeutete neben einem neuen Rekord am Ende den Sprung in die Weltspitze als Neunter. Im Lagen-Wettbewerb tauschte Pavel mit Andy. In 1:56,15 (Rang 16) blieb das Quartett etwas hinter der Siegerzeit von den Deutschen Meisterschaften in Magdeburg.

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Neben den beiden Herren-Staffeln feierten auch zwei QTSV-Mixed-Staffeln WM-Premiere. Da pro Tag nur zwei max. zwei Starts erlaubt sind, galt es im Vorfeld gut zu überlegen, wer wo schwimmt. In der 4*50m Freistil kamen so noch Pavel, Heiko, Tina und Isa zum Zuge. Das Quartett zeigte in 1:55,30 eine sehr gute Leistung. Neben Pavel überzeugten Heiko (28,11) und Tina (28,66). In der gemischten Lagenstaffel begann Andy. 31,21 lag nur knapp über seiner Bestmarke. Heiko schwamm sehr starke 33,45 und auch Tina (30,70) und Isa (30,60) hielten mit guten Zeiten die Staffel in der vorderen Rängen. Die Zeit von 2:06,67 (Rang 20) war nicht erwartet worden.

Über einen Vereinsrekord freute sich Stefan Middendorf. Er verbesserte den Rekord von Christian Gärtner über 100m Rücken auf nun 1:06,75 und fuhr damit auch den Lohn für die intensive Vorbereitung ein.

Die 17. Masters-WM wurde am Sonntag mit einer sehr gelungenen Schluß-Zeremonie und- feier beendet, der mehrere tausend Teilnehmer beiwohnten. Höhepunkt war das halbstündige Abschlussfeuerwerk. Dies wurde nicht von den Veranstaltern ausgerichtet, sondern von den "amtlichen Organen". Der Schlusstag war gleichzeitig auch ungarischer Nationalfeiertag. Eine gelungene Kombination. Die Quakenbrücker, wie auch alle anderen Teilnehmer feierten die beste Masters-WM, die es bisher gab - wie der Vizepräsident der FINA sagte. Während der neun Tage in Budapest wurden bestehende Freundschaften gepflegt und neue Freundschaften geschlossen.

Sport und Schwimmen verbindet. Viele neue Bestzeiten und Eindrücke nahmen die Quakenbrücker aus dem sehr gastfreundlichen Budapest nach Hause.